Der Zauber des Jahresanfangs

Silvester und Neujahr sind da. Viele freuen sich auf ausgelassene Silvesterfeste und Feuerwerks-Spektakel. Es ist schön, mit Freunden zu feiern. Doch das Silvester Ramba Zamba schwappt meist auf den 1. Jänner über. Wir schlafen uns aus, behandeln unseren Kater liebevoll mit Rollmöpsen und Kräutertee und sind zu nicht viel zu gebrauchen. Ich frage mich aber:  Sind Restpromille und Kopfweh tatsächlich ein guter Anfang für das neue Jahr?

Der Bestsellerautor Stephen King beginnt jedes Jahr am 1. Jänner einen neuen Roman zu schreiben. Das imponiert mir. Was sind neue Projekte und Vorsätze wirklich wert, wenn sie nicht gleich am ersten Tag umgesetzt werden? King schreibt am 1. Jänner, dann am 2. Jänner und am 3. Jänner. So hält er sein tägliches Schreibpensum mühelos bei, denn der Start war richtig.

In Japan wird der Jahresbeginn dazu verwendet, vieles bewusst zum ersten Mal zu machen. Kalligrafie-Schüler schreiben Schriftzeichen auf große Papierrollen. Sie schreiben Zeichen, die das Jahr mit guten Gedanken begrüßen. Glück, Freude und langes Leben steht auf den Neujahrs-Kunstwerken. Viele legen in ihr erstes Gedicht des Jahres die Hoffnung und das Glück des kommenden. Sie besingen die „Erste Sonne“ und – besonders schön –  das „Erste Lächeln“ (waraizome).

Mir gefällt diese Einstimmung auf ein unbeschriebenes Neues Jahr. Alles ist frisch, alles ist möglich. So als ob ein neues Heft aufgeschlagen würde. Als Schülerin liebte ich den Schulanfang nur der leeren Hefte wegen. Der Geruch des Papiers barg einen Zauber der Reinheit und des Potentials.

Wie wirst Du Deinen ersten Jänner 2019 verbringen?

Mache doch einen besonderen Tag daraus und gestalte diesen Tag so wie Du Dir das kommende Jahr wünschst.

Welche Musik passt zu Deinem Gefühl des Jahresanfangs? Welche Melodien erfreuen Dich?  Wird es ein dynamisches Stück sein, oder etwas Besinnliches?

Spielst Du Klavier? Dann spiele das Stück, das Dir besonders gut gelingt und spiele so wie Du das ganze Jahr über Klavier spielen willst.

Nimm Dir die Zeit für Wesentliches. Wie könntest Du Deinem Partner einen lichtvollen Tag schenken? Überrasche ihn doch. Mit etwas, was ihr sonst nie miteinander macht.

Ist Dir eine Freundin wichtig? Dann lade sie für den 1. Jänner am Nachmittag ein, ein zwei Stunden miteinander zu verbringen.

Wenn Du meditierst, dann stelle eine schöne Blume auf Deinen Meditationsplatz, zünde ein wohlriechendes  Räucherstäbchen an und nimm Dir genug Zeit für die Stille.

Der 31. Dezember gehört Deinen Freunden, der 1. Jänner gehört Dir.

Zauber des Jahresanfangs, Anfängergeist eben.

 

4 Kommentare zu “Der Zauber des Jahresanfangs

  1. Silvester gehört den Freunden. Deswegen verbringen wir den Abend mit ihnen. Alkohol spielt dabei seit vielen Jahren nur eine geringe Rolle. Jeder Moment des Lebens ist ein Geschenk. Ich möchte möglichst alle, die ich noch habe erleben. Mein Alkoholkonsum hat sich deshalb so reduziert, dass dies auch an Silvester gelingt. Und an Neujahr wird nur ein Kater gepflegt. Der ist unser vom Feuerwerk verschreckte Kater Karl.
    An Neujahr gehen meine Frau und ich am Laacher See spazieren. Auch das ist schon Tradition. Es ist ein See in einem Vulkankrater zwischen Bonn und Koblenz. Man fährt über die Kraterrand hinein. Dort stößt man zunächst auf das Kloster Mara Laach, inzwischen touristisch perfekt erschlossen. Aber auf der gegenüberliegenden Seeseite ist es still. Die Luft ist dort klar und kalt. Das tut gut.
    Und natürlich sitze ich Zazen.
    So genießen wir Neujahr seit Jahren eher als einen Tag des Innehaltens, bevor der alltägliche Wahnsinn wieder beginnt.

    • Danke für den Einblick in Dein Leben. Vielleicht ist es der Brauch zu Silvester viel zu trinken, um alles vergessen zu können, was im vergangenen Jahr passiert ist. Wir treffen uns heute im Zendo und meditieren und putzen das alte Jahr raus. Alles Gute!

  2. Danke für deine schönen Gedanken, liebe Fleur!
    Mein Mann und ich schreiben, jeder für sich, am letzten Tag des Jahres separat unsere Vorhaben und Wünsche für das kommende Jahr in ein Büchlein, lassen sie das ganze Jahr unberührt reifen und sind am 31.12. bei der Eröffnung ganz gespannt, was sich das Jahr über „wie von selbst“ realisiert hat – oder auch nicht.
    Deine Anregungen für den 1.1. werden eine wunderbare Erweiterung meines / unseres Rituals werden! Vielen lieben Dank und alles Liebe! Elfie

    • Liebe Elfie, Ja so ähnlich mache ich es auch. Wenn man das ganze Jahr nicht hineinsieht in das Büchlein, kann man am Ende des Jahres erkennen, welche Wünsche wirklich wichtig waren und sich realisiert haben. Ich finde, es steckt eine Wahrheit hinter den Märchen, die nur drei Wünsche offen lassen. Für viel mehr ernsthafte Wünsche haben wir eh keinen Platz. Ich wünsche Dir einen guten Jahresübergang! Fleur

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