Wer ist der China-Restaurant-Buddha?

Lachender Buddha Hotei/Budai

Lachender Buddha
Hotei/Budai

Gestern war ich beim Chinesen essen. Er war zwar ein vegetarischer Chinese, deshalb bin ich hingegangen, aber leider kann ich jetzt sicher sein, dass  Glutamat eine vegetarische Zutat ist :-). Aber darum geht es hier nicht.

Vor diesem chinesischen Restaurant steht ein dickbäuchiger lachender Buddha. Und drinnen auf der Theke gleich noch einer (siehe links). Der dicke Bauch passt gut zum Essen, er strahlt Zufriedenheit, Üppigkeit und Fröhlichkeit aus. In seiner Rechten hält er einen großen Sack, in der Linken eine Kalebasse, um den Hals trägt er eine Mala.

Die wenigsten wissen, dass dieser Buddha eigentlich ein Zen-Mönch war. In Japan heisst er Hotei, in China Budai, das bedeutet Jutesack, sein Mönchsname war Qici. Er lebte im 10. Jahrhundert. Er soll hässlich gewesen sein, mit einer vorstehenden Stirn und einem Kugelbauch. Ausserdem hatte er die Angewohnheit, plötzlich in den Schlaf zu fallen, auch wenn er in den Schnee fiel und dort liegenblieb. Er verbrachte sein Leben als Wandermönch  und spielte gerne mit den Kindern auf der Strasse und schenkte ihnen aus seinem Sack Süssigkeiten.

Eines Tages kam ein Mönch auf ihn zu und fragte ihn: „Was ist die Essenz von Zen?“ Da liess Hotei seinen Sack fallen. Dann fragte ihn der Mönch: „Und wie manifestiert man Zen?“ Da schulterte Hotei wieder den Sack und ging weiter.

Hotei auf einer Kalligraphie von Hakuin Ekaku

Hotei auf einer Kalligraphie von Hakuin Ekaku

So grosszügig Hotei zu Kindern und Armen war, so sehr war er auch ein Schnorrer. Er sagte zu jedem, der ihm begegnete: „Hast Du einen Cent für mich?“ Auch als ihn jemand einlud, in seinem Tempel zu lehren, war seine Antwort nur: „Hast Du einen Cent für mich?“ Er sammelte Geld, nicht für sich, sondern um anderen wieder zu geben zu können. So passt er gut in die jetzige Zeit zwischen Weihnachten und „Licht ins Dunkel“ (österreichische Charity Aktion) Silvester. Er ist so eine Art Zen-Weihnachtsmann: Immer gut drauf und mit vielen Geschenken im Sack.

Wenn ich so einen dickbäuchigen lachenden Hotei sehe, dann erinnere ich mich, dass die Fülle des Lebens nur darauf wartet, wahrgenommen zu werden. Ob es ein schöner Weihnachtsbaum ist , oder die weissen zugefrorenen Äste im Winterwald oder auch einfach auf der Matte zu sitzen und still zu werden. Die Fülle ist immer da.

In China und Japan wird er im Volksglauben verehrt, weil viele glauben, Hotei könne Wünsche wahr werden lassen.  So glaubt man in Asien folgendes: Wenn zu Silvester eine Gruppe von Leuten, die einander nicht kennen, zusammenkommt und sie sich mit aller Macht das Gleiche wünschen, dann wird Hotei diesen Wunsch erfüllen.

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