Musik als Meditation

Gestern war ich im (klassischen) Konzert. Die Situation ist ähnlich wie beim Meditieren. Alle sitzen in Stille. Es gelten bestimmte Regeln, damit die gemeinsame „Musik-Meditation“ nicht gestört wird: keine Handys, nicht reden, nichts schreiben, möglichst ruhig sitzen, damit die Nachbarn nicht gestört werden.

Als Kind in einer Musikerfamilie wurde ich oft ins Konzert gesetzt und wußte nicht so recht, was ich da tun solle. Ich saß herum und hing meinen Gedanken nach. Möglicherweise geht es nicht nur Kindern, sondern auch vielen Erwachsenen so.

Es mag nicht nur die Musik sein, nach der sie verlangen. Sondern sie suchen möglicherweise einen Ort, wo Stille herrscht und sie geniessen das Konzert als einen Zwischenraum zwischen den Aktionswirbeln des Lebens. Im Konzert herrschen Rahmenbedingungen, wo das Checken von E-mails einfach nicht möglich ist. Dort kann der Geist zur Ruhe kommen.

Was heisst nun Musikhören? Viele Jahre war es für mich großteils Dösen mit Hintergrundmusik.

Doch  Musikhören kann auch Meditation sein.

Das ist gar nicht so einfach. Denn selbst wenn wir meinen, zuzuhören, stehlen sich die Gedanken herein. Regelmäßig Meditierende kennen das. Wir hören zu und driften ab.  Wir hören wieder zu und driften nochmals ab. Immer wieder schieben sich Gedankenketten dazwischen.

  • Versuchen Sie, konzentriert dem Musikbogen zu folgen, d.h. die Melodie als Meditationsobjekt zu nehmen, an die Sie den Geist festbinden. Eine sehr interessante Übung. Was passiert?
  • Eine zweite und sehr unterschiedliche Möglichkeit die Musik aufzunehmen, ist, indem Sie mit dem Herzen atmen. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herz und stellen Sie sich vor, mit dem Herzen zu atmen. Mit dem Atem nehmen Sie die Musik auf und schwingen sich auf die Musik ein. Auch da: bleiben Sie konzentriert an dieser Übung dran. Und achten Sie darauf was passiert!

Probieren Sie unterschiedliche Musikstile und Werke verschiedener Komponisten durch. Wo eignet sich die Geist-Übung, wo die Herz-Übung? Wo fliessen sie ineinander? Und wie fühlen Sie sich danach?

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