Zen in der lauten Welt

Zen-Praxis braucht vordergründig Stille. Die Stille und der geordnete Ablauf in Zen-Klöstern und in intensiven Übungsperioden (Sesshin – 1 Woche, Kessei – 3 Monate) ) sind der ideale Nährboden, um die eigene  Zen-Übung zu vertiefen. Intensive Zen-Praxis über viele Stunden sind eine besondere Erfahrung und ein Geschenk. Nur: wer will sein ganzes Leben im Kloster verbringen? Oder im Permanent-Sesshin?

Nach den Übungsperioden kehren wir in die Welt zurück.  Manches Mal empfinden wir den Bruch sehr stark, nach einer Woche stiller Zen-Übung wieder in die lauten Bahnhofshallen und ins Bürotreiben zurückzukehren.

Auch im Alltag meditieren wir täglich, oft am Morgen. Und dann beginnt der Wahnsinn, auf den Strassen und in den U-Bahnen, in den Meetingräumen und in den Supermärkten. Die innere Stille bleibt zwar in gewisser Weise, aber oft fürchten wir sie zu verlieren. Die Welt nimmt uns gefangen, und es erscheint uns schwer immer wieder, jeden Tag in die Stille zurückzukehren.

Ta-Hui (1089-1163)

Der chinesische Zen-Meister Ta-Hui (jap. Daiei,1089-1163) hat schon vor beinahe 1000 Jahren über diese Problematik nachgedacht. Er schreibt an einen seiner Schüler, einen Laien, der mitten im Business-Leben steht: „Gerade wenn Du Ruhe magst und das tägliche Gehetze verabscheust, solltest Du mit aller Kraft üben. Denn wenn die Kraft, die Du in der Stille erreicht hast, frontal auf die tägliche Hektik trifft, wird die Wirkung, die Du erreichst viel stärker sein.“

Es ist eine besondere Herausforderung in dieser lauten Welt die innere Stille und Mitte zu bewahren. Doch gerade im täglichen Stress bewährt sich die Zen-Praxis. Strahlen wir selbst Kraft und Stille aus, dann praktizieren wir Zen nicht nur für uns selber, sondern auch für andere Menschen.

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