Zen oder Zen-Buddhismus?

Vor zwei Tagen sprach ich am Speakers Day in Fohnsdorf. Eine exzellente Veranstaltung, die das BMS dort unter der fachlichen Anleitung von Magda Bleckmann organisiert hat. Das lokale Fernsehen war auch da. Die erste Frage, die sie mir beim Interview stellten, war: Sie sprechen von Zen, ist das das gleiche wie Zen-Buddhismus? Diese Frage hat es in sich. „Zen ist kein „ismus“, denn es deutet auf die Erfahrung hin, die jede/r selbst macht“, so sage ich meistens.

Ich erkläre oft, dass das Wort Zen aus dem Sanskrit Wort dhyana kommt, das in China zu Channa und dann zu Chan und schliesslich in Japan zu Zen geworden ist. Und das Wort dhyana bedeutet nichts anderes als einfach „Meditation“.  Zen-Buddhismus bedeutet also nichts anderes als einfach Meditations-Buddhismus. Es scheint ein absurder Pleonasmus zu sein. Denn die Meditation war ja schliesslich der Kern von Buddha Gautamas Erfahrung. Doch nicht in allen buddhistischen Richtungen steht die Meditation im Vordergrund. Es gibt  Volksbuddhismus, Buddhismus der Ordensregeln, Buddhismus, bei dem das Studium der Schriften im Vordergrund steht – und nicht zuletzt der Buddhismus, in dem die Buddhisten  Buddhas anbeten und sich von ihnen Hilfe erhoffen.

Menschen, die in unser Zen-Zentrum kommen und Unterweisung in Buddhismus suchen, gehen meist wieder. Menschen, die Erfahrung suchen, die bleiben. Im Zen verlangt jede Frage eine Antwort aus mir selbst heraus. Und dieses Selbst bleibt nicht gleich. Die Frage stellt sich daher wieder und wieder und wieder.

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