Schlaflosigkeit: Was tun?

Der Nachtdämon schlägt zu

Kennen Sie die „Nachtdämonen“?  Gedanken, Ängste und Probleme, die justament beim Einschlafen auftauchen und ihnen dauernd im Kopf herumgehen?  In der Dunkelheit der Nacht plustern sich Kleinigkeiten in  riesige Ängste auf, die nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Es sind reine Kopfgeburten, Hirngespinste, die sich dann untertags in Nichts auflösen können. Aber sie haben große Macht über uns Menschen, wenn wir im Bett liegen. Jedes kleinste Problem eignet sich, uns den Schlaf zu rauben. Viele Mütter liegen wach, weil ihre halbwüchsigen Kinder noch spät unterwegs sind und malen sich aus, was ihnen zugestoßen sein könnte. (Da spreche ich aus Erfahrung…)  Oder Sie haben am nächsten Tag eine Präsentation vor kritischen Personen und sehen vor Ihrem geistigen Auge mit Horror, wie Sie in der Luft zerrissen werden. Oder Sie stehen vor einer schwierigen Aussprache und fürchten, die Anerkennung und Liebe eines für Sie wichtigen Menschen zu verlieren.

Wie werden Sie die Nachtdämonen los? Mein Tipp ist: Kehren Sie in die Wirklichkeit des Moments zurück.

Konzentrieren Sie sich auf das Ein- und das Ausatmen. Schon die ersten bewußten Atemzüge können Ihnen helfen, sich friedlich zu fühlen, möglicherweise fangen Sie in der Dunkelheit sogar an zu lächeln. Damit die Dämonen nicht gleich wieder zurückschlagen, denken Sie in Sätzen, was gerade in diesem Moment passiert: „Ich atme aus“, „ich atme ein“.  Wenn Sie aufstehen, um ein Glas Wasser zu trinken, dann kommentieren Sie Augenblick für Augenblick, was Sie gerade tun. „Ich setze meinen rechten Fuß auf den Boden. Ich stehe auf und gehe zur Türe. Ich greife die Türklinke an und öffne die Türe. Ich greife nach dem Becher und lasse Wasser hineinfliessen. Undsoweiter undsoweiter. Der gegenwärtige Moment entspannt den Körper, Sie merken, was tatsächlich „ist“. Die gedachten Sätze helfen Ihnen, nicht abzudriften. Probieren Sie es aus!

Ein Kommentar zu “Schlaflosigkeit: Was tun?

  1. Ich kenne das nächtliche Aufwachen von früher. Ab der sogenannten Lebensmitte, die ja in Wirklichkeit niemand kennt, wird der Schlaf oberflächlicher, störanfälliger. Seit ich fast jeden Morgen Zazen sitze, weiß ich jedoch, dass ich mich jeden Morgen in einen Zustand bringen kann, in dem ich den Tag kraftvoll überstehe, ganz egal wie gut oder schlecht ich geschlafen habe. Aus Sesshins weiß ich auch, dass es in uns eine Institution gibt, die Schlaf eine viel zu große Bedeutung beimisst. Diese Erfahrung gibt Sicherheit. Seit ich diese erfahrene Sicherheit habe, schlafe ich ganz wunderbar. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass regelmäßiges Zazen erkennen lässt, welchen Stellenwert das Denken und Grübeln wirklich haben.

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